Königin der Nacht

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,
Tod und Verzweiflung flammet um mich hin
(„Die Zauberflöte“, Mozart)

Ausgebuchter Zug mit 30 min Verspätung ab Berlin; es ist sehr warm, wie die ganzen Tage, die ich da war, bei S. unter dem Dach in der kleinen und schönen Wohnung.

Die erste längere Abwesenheit von zu Hause seit einem Jahr, und dann direkt in diese Riesenstadt, in der ich studiert habe bis zum Physikum; der Kulturbeutel und der Container mit den Medikamenten sind die schwersten Teile im Koffer, und wie immer nehme ich mehr mit, als nötig, aber wer weiß schon.

Sich treiben lassen, Pläne nur von Tag zu Tag machen; der wichtigste davon: mit D. und S. im Due Forni bis fast Mitternacht auf der neu angelegten Terrasse sitzen und über alles reden, was uns verbindet – die Verstorbenen, die, die im Freundeskreis sich langsam dem Sterben nähern, die Schlachtopfer aus Beziehungen, die eigenen Einschränkungen, das Leben in Beziehungen und das Leben davor und danach; immer gibt es dieses „danach“
Die beiden Ladies werden von Jahr zu Jahr schöner, weiblicher; ich liebe sie sehr, jede auf ihre Art und beide auf meine Weise.

Wir sind so jung im Herzen geblieben, bäumen uns auf und lassen keine Hoffnung fahren, während um uns herum immer mehr Leute den Satz beweisen, dass Altern nichts für Feiglinge ist.

Wir entdecken überall kleine Spielzeuge, Accessoires, Zuckerstücke und Taschen und Hüte, Dinge ohne wirklichen Sinn, aber deshalb lustig.

Ausstellungen, die ich angesehen habe und dringend jedem ans Herz lege, der Zeit dafür hat. „Latest Finds“,  CWC Gallery, Auguststrasse 11-13, Berlin und „Berenice Abbott – Fotografien“, im Martin Gropius-Bau,  auch ein Muß.
Eine junge Praktikantin schenkt mir das Expose und lädt mich nach Amsterdam ein, wo ein größeres Event ansteht im September: Yoram Roth:
Für den September steht also noch an (in Amsterdam): Yoram Roth:

2016-06-17-Brutalism-Dorka-Minie-Roarie13088_sRGB-462x231-px-teaser-1.jpg